Die Bundesregierung plant die Energiewende und will den Anteil an erneuerbare Energien an der Stromproduktion bis zum Jahr 2020 um 35 Prozent steigern. Dafür müssen nicht nur die Kapazitäten aus erneuerbaren Energien innerhalb von ein paar Jahren verdoppelt, Netze weiter ausgebaut und neue Stromspeicheranlagen installiert werden. Doch wie teuer soll diese Wende eigentlich werden? Glaubt man der Union und der FDP soll die Kilowattstunde nur um einen Cent teurer werden. Doch kann das stimmen?
Energiewende für einen Cent mehr?
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hält die angenommenen Kosten für zu gering und gleichzeitig den vermuteten Nutzen, den die Wende für die Umwelt hätte, für zu hoch. Ihren Einschätzungen zufolge wird der Strom nicht um einen Cent pro Kilowattstunde teurer, sondern vermutlich um fünf Cent. Ebenso erwartet auch die halbstaatliche Deutsche Energie-Agentur eine Kostensteigerung um vier bis fünf Cent. Und die Verbraucherzentrale Bundesverband prognostiziert sogar fünf Cent oder mehr.
Wie Spiegel Online berichtet, soll es auch im Bundeswirtschaftsministerium eine interne Rechnung geben, die von den offiziellen Aussagen abweicht. Demzufolge würde ein Drei-Personen-Haushalt 0,5 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen müssen, mittelfristig bis zu 5 Cent. Damit wären es im Jahr 175 Euro an zusätzlichen Kosten. Dabei müssen die Verbraucher von Strom schon in diesem Jahr mehr als 13 Milliarden Euro für die Subventionierung erneuerbare Energien zahlen.
Sind die Investitionen der Bundesregierung sinnvoll?
Ist das nötig? Die Bundesregierung fördert vor allem Solaranlagen. Doch diese produzieren wenig Strom. Außerdem werden Offshore-Windanlagen im hohen Norden gefördert, nur nützt das den Kunden im Süden wenig. Wirtschaftlich und ökologisch betrachtet wäre es sinnvoller, die Förderung von Solarenergie deutlich zu senken und stattdessen das Geld zum Beispiel in ein „technologieneutrales Fördersystem“ zu investieren, so Spiegel Online.
So produzieren beispielsweise Windräder an Land erheblich mehr Energie als Solaranlagen. Würden diese mit dem gleichen Geld subventioniert werden, würden sie um ein Fünffaches mehr zur Stromerzeugung beitragen, Wasserkraftwerke sogar um ein Sechsfaches.