Rund 80 Gaslieferanten haben bereits die Preise erhöht

Die großen Versorger wie RWE und E.ON haben diesen Preisanstieg diesmal nicht eingeläutet. Viele kleine Versorger haben diese Preisrunde genutzt, um die im zweistelligen Bereich zu erhöhen. Es ist davon auszugehen, dass auch RWE und E.ON ihre Preise nach oben korrigieren werden. Bis zum Ende der Heizperiode sichern einige großen Strom- und Gasanbieter noch feste Preise zu, doch die kommende Heizperiode wird kommen. Und das Loch im Geldbeutel damit immer größer. In der Finanzkrise 2008 war der Trend der steigenden Kosten für Strom und Gas kurzzeitig unterbrochen. Während der Finanzkrise brach die Nachfrage ein, vor allem Gas war in großen Mengen verfügbar, einige Wirtschaftsunternehmen fielen als Großabnehmer aus. Daraufhin senkten einige Unternehmen durchaus spürbar die Preise, während andere Anbieter von Strom und Gas die geringeren Bezugspreise nicht an ihre Kunden weitergaben. Durch die steigende Nachfrage aus Ländern wie Indien und vor allem China, deren Energiehunger scheinbar wieder unbegrenzt steigt, läßt den Bezug an den Energiemärkten und somit die Preise unaufhaltsam ansteigen. Doch nicht nur die Nachfrage nach Rohstoffe lassen die Preise ansteigen. Die Umlage für erneuerbare Energien und die Kosten der Energiewende sorgen in der Bundesrepublik für weiter steigende Energiekosten für die Verbraucher.

Bis zum Jahr 2020 sollen sich die Preise, so Prophezeien einige Energieexperten, sich noch einmal um fast 60 Prozent erhöhen.  Dies würde - bezogen auf einen Vier-Personen-Haushalt - einen Preisanstieg von über 500 Euro pro Jahr bedeuten. Vor allem dem Gasmarkt stehen rasante Preissteigerungen bevor. Nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kerney sollen die Gaspreise auf den europäischen Märkten um 30 bis 40 Prozent steigen. Wegen der weltweiten Überkapazitäten soll dann allerdings eine kurzfristige Erholung des Gaspreises folgen, doch das Preisniveau von heute wird in keinem Fall mehr erreicht.

Die Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer empfehlen den privaten wie geschäftlichen Konsumenten immer wieder einen Anbieterwechsel. Den Anbieter zu wechseln - diesen Schritt gehen gerade die Privatkunden viel zu selten. Rund 43 Prozent aller privaten Haushalte war der Behörde zufolge im Jahr 2010 noch im teuren Grundversorgertarif. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif des lokalen Versorgers haben immerhin 41 Prozent der privaten Verbraucher vorgenommen.  Nur 15 Prozent der Verbraucher hat zu einem günstigen Strom- und Gasanbieter gewechselt, stellte die Bundesnetzagentur fest. Damit wird klar, warum die Strom- und Gasversorger ihre Preise beliebig erhöhen können. Durch die geringe Wechselzahl ist die Kundenzahl und somit die Einnahmequelle gesichert. Die Gründe, warum hauptsächlich die privaten Verbraucher so zögerlich zu einem günstigen Gas- und Stromanbieter wechseln, sind hinreichend bekannt. Konkurs des Versorgers und somit die Befürchtung ohne Strom oder Gas Wintertage verbingen zu müssen, ist der meistgenannte Grund. Auch undurchsichtige Tarife, werden häufig als Grund genannt. Durch Preisvergleichsrechner, die im Internet zu finden sind, sind die Verträge übersichtlich dargestellt. Dort werden die Veträge der einzelnen Anbieter übersichtlich dargestellt. Die Kündigung und alle Formalitäten des Wechsels übernehmen meist die neuen Anbieter aus Gründen des Services. Über mehrere hundert Euro Ersparnis pro Bezugsjahr kann sich der Kunde freuen. Dem gegenüber stehen nur wenige Eingaben im Preisrechner.

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