Politische Zitate aus allen Epochen

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Wer sind diese Menschen, die uns regieren? Was macht einen Politiker aus? Und nicht zuletzt: Wie hält es ein Politiker mit seinem Volk. Was wir heute in der modernen aktuellen Politik erleben, ist vor allem nur unsere eigene Betroffenheit angesichts unbequemer Entscheidungen.

In einem größeren Maßstab verstehen können wir Staat und Politik aber bestenfalls, wenn wir uns die Geschichte der Politik vor Augen führen und wenn wir nachvollziehen können, wie sich die politische Bildung im Laufe der Jahrhunderte Ausdruck verschafft hat.

Das Staat und Politik mit Macht zu tun haben ist bekannt und wird merkwürdigerweise immer wieder kritisiert. Die Themen an denen die Machtverhältnisse kritisch zu Tage treten sind seit jeher sehr ähnlich: Die Grenzen der Macht des Staates, sein Verhältnis zur Gewalt, die Kluft zwischen Regierung und Volk um nur einige zu nennen.

Sind Macchiavellis Thesen über "den Fürsten" im heutigen politischen Leben noch aktuell, wenn er schreibt:

Von der Grausamkeit und Milde, und ob es besser ist, geliebt, oder gefürchtet zu werden.

Ich gehe hiernächst zu den andern oben erwähnten Eigenschaften über, und sage: Ein jeder Fürst muß wünschen, für gütig, und nicht für grausam zu gelten. Nichtsdestoweniger muß er bedacht seyn, diese Güte nicht übel anzuwenden. Cäsar Borgia galt für grausam; nichtsdestoweniger hatte diese seine Grausamkeit Romanien wiederhergestellt, es vereinigt, Treue und Friede darin befestigt. Erwägt man dieß wohl, so wird man sehen, daß er bei weitem gütiger als das Florentinische Volk gewesen ist, welches, um nicht als grausam verrufen zu werden, Pistoja zerstören ließ.

Es darf daher ein Fürst um den Namen des Grausamen sich nicht kümmern, wenn er seine Unterthanen einig und treu erhalten will; denn, mit Statuirung sehr weniger Exempel, wird er gütiger seyn, als Jene, die aus zu großer Güte die Unordnungen einreißen lassen, aus denen Mord und Raub entspringt: denn diese pflegen eine ganze Gemeinheit zu kränken: jene Executionen aber, die vom Fürsten ausgehen, kränken nur einen Einzelnen."

Diese Zitatesammlung soll Politiker und ihre bekannteren Zeitgenossen selber zu Wort kommen lassen. Manche Zitate erscheinen zeitlos unsterblich, manche nur als ein trauriges Dokument geistiger Strohfeuer. Wie auch immer: Das politische Zitat ist für uns heute ein Ausdruck politischer Bildung, ein Ausdruck vergangener Perspektiven und Wahrheiten, die wir vor unserem heutigen kulturellen Hintergrund erfahren, überdenken und gegebenenfalls neu bewerten können.

Treffsicher läßt sich so Wesentliches zu Staat und Politik auf den Punkt bringen, die Dinge zurechtrücken, und oft wird in diesen wenigen Worten mehr für die politische Bildung getan als in einem langen Geschichtsexkurs oder einer komplizierten Aussage.

Nicht selten offenbaren Sprüche von Politikern darüber hinaus einen unfreiwillig komischen und bisweilen sogar beängstigenden Einblick hinter die publikumswirksame Fassade, wenn sie aus einer spontanen Laune heraus zum Besten gegeben werden. Und nicht zuletzt zeigt sich so manches Zitat im nachhinein als blühender Unsinn, der uns bei allem Gelächter, das er uns entlockt, nachdenklich stimmen sollte.

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