Die Matratze als lang überliefertes Kulturgut

Dann ist man vielleicht überrascht, dass es die Matratze schon deutlich länger gibt, als man vielleicht angenommen hat. Auch wenn die heute gängigen Matratzenarten weitgehend erst eine Erfindung der Jahre des Wirtschaftswunders sind, nach Ende des 2. Weltkrieges, gibt es die Matratze oder zumindest die Idee einer möglichst weichen Schlafunterlage schon sehr lange. Es liegt in der Natur des Menschen und das seit Anbeginn der Zeit, dass er beständig Verbesserungen seiner Lage und etwas Komfort, wie man heute sagen würde, anstrebt. Somit begann man schon im Altertum auf Säcken, welche mit Gras oder Stroh gefüllt waren, zu nächtigen.

Später weitete man die Matratzenfüllung auf Wolle und zum Teil Federn aus. Während der römischen Republik und der Kaiserzeit waren die Matratzen schon überall in der Bevölkerung verbreitet, was verschiedene archäologische Ausgrabungen belegen. In den Jahrhunderten der Völkerwanderung versank die Matratze in Vergessenheit. Erst der Kulturaustausch im Zuge der Kreuzzüge brachte die Matratze aus dem arabischen Raum wieder nach Europa, wo sie sich über die Jahrhunderte sukzessive unter der Bevölkerung verbreitete. Zunächst konnten sich nur Herrscher oder adlige Menschen eine luxuriöse Matratze, welche mit Wolle oder Federn gefüllt waren, leisten.

Das gemeine Volk schlief auf Säcken, welche mit Schilf, Seegras oder Stroh gefüllt waren. Im 19. Jahrhundert kamen dann auch in den unteren Bevölkerungsschichten dreiteilige Matratzen auf. Nach dem Weltkrieg entwickelten sich verschiedene Matratzenarten, die aus den verschiedensten Materialien hergestellt werden.

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