Einkaufen mit Jungs

Die meisten Männer können mit dem Kaufverhalten der holden Weiblichkeit nichts anfangen. Sie selbst gehen prinzipiell nur dann los, wenn sie etwas benötigen. Erst wenn die Sohle vom Sneaker schon fast abgefallen ist, geht er los, um neue Schuhe zu kaufen. Erst wenn der Hose drei Knöpfe fehlen und am Knie ein großes Loch prangt, wird erwogen, sich ein neues Beinkleid zuzulegen.
Wenn er hingegen eine Frau beim Einkaufen begleiten muss , ist die Freude nicht besonders groß. Er trägt die Tüten, während sie auf der Jagd nach neuen Sachen ist. Zwar wird er nach seiner Meinung gefragt, diese wird dann aber meist ignoriert. So sitzt er stundenlang vor der Umkleidekabine, wenn die Geschäfte denn so nett sind, dort Sitzgelegenheiten zu installieren, langweilt sich zu Tode, hat schrecklichen Durst und fragt sich, wie es wohl gerade beim Spiel steht. Auf Fragen wie „Gefällt dir das?“ reagiert er nervös, denn wenn er nicht die Antwort gibt, die sie hören möchte, sinkt ihre Laune auf den Nullpunkt- und er ist schuld daran.
Beim Schuhkauf hat er wenigstens noch die Gewissheit, dass er im Laden sitzen kann, während sie stundenlang nach High Heels für die Party am Wochenende sucht, bei der sie umwerfend aussehen muss, weil „diese dumme XY auch kommen wird“. Ist sie fündig geworden, ist es damit aber noch nicht getan. Sie möchte sich weiter umschauen und findet mit Sicherheit noch mehr zum Anprobieren. Wirft er dann vorsichtig ein, dass sie doch schon so viele Schuhe habe, erntet er einen vernichtenden Blick gefolgt von der Erklärung,

dass sie schon lange nach Ballerinas in genau dieser Farbe gesucht habe, weil die so gut zu ihrem neuen Mantel passten… Manche Männer haben das Glück, vor dem Geschäft warten zu dürfen. Dort sitzen sie dann auf dem nackten Boden des Einkaufszentrums und bewachen die Tüten mit den bisherigen Einkäufen ihrer Begleiterin in  der Hoffnung auf baldige Erlösung.

 

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