Die Fotografie ist noch gar nicht so alt, kann aber schon auf eine lange Geschichte von Innovationen zurückblicken. Das erste Foto wurde nämlich erst vor rund 200 Jahren gemacht. Die damals benutzte Kamera hat mit heutigen Kameras nicht mehr viel gemeinsam, doch an einem fundamentalen Prinzip, das sich bisher niemals verändert hatte, rüttelt nun die brandneue Lytro Lichtfeldkamera.
Seit dem ersten Foto, das der Franzose Niepce machte, hat sich die Kamera sehr stark entwickelt. War Niepces Kamera noch eine monströse Angelegenheit, so wurden schon Ende des 19. Jahrhunderts bahnbrechende Erfolge in der Verkleinerung, auch Miniaturisierung genannt, gefeiert. Einen besonderen Verdienst auf diesem Gebiet hatte die deutsche Kameraindustrie. Infolge der Feinwerktechnik-Tradition konnte sie sehr schnell die Dimensionen von Kameras erheblich verkleinern. Dieser Vorsprung ging in den 70er Jahren allerdings an die Japaner verloren, so dass es heute eigentlich keine nennenswerte fotografische Industrie in Deutschland mehr gibt. Auch auf der anderen Seite des Atlantik waren Erfinder an fotografischen Innovationen beschäftigt. Eastman Kodak hatte einen Durchbruch in der Herstellung von qualitativ hochwertigem und günstigen Rollenfilm. Dieser wurde allerdings Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts überflüssig, da mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie kein Bedarf an Rollfilmen mehr bestand. Die Digitaltechnologie ermöglichte eine weitere Miniaturisierung der Kameras. Es bedurfte jetzt keiner mechanischen Elemente mehr, die den Film transportieren mussten. Damit konnten die Dimensionen von Kameras noch einmal verkleinert werden. Heute gibt es wohl kein Handy, das nicht über einen eingebauten Fotochip verfügt.
Doch auch in jüngerer Zeit gibt es wieder bahnbrechende Innovationen. Bislang war es nicht möglich, nach der Aufnahme eines Bildes die Schärfeebenen zu ändern. An diesem optischen Prinzip will die Firma Lytro mit ihrer Lichtfeldkamera ansetzen. Diese kann ein sogenanntes Lichtfeld aufnehmen, anhand dessen Daten sich im nachhinein verschiedene Bilder berechnen lassen. Damit wird es zum ersten Mal möglich, nachträglich die Schärfe eines einmal gemachten Fotos zu verändern. Auf der Webseite http://www.lichtfeldkamera-test.de gibt es zu diesem Thema detaillierte Informationen.