Che Guevara in Cuba

Che Guevara - ein kubanischer Mythos

Che GuevaraDer Argentinier Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara  ist noch heute der große Stolz vieler Kubaner. Von Geburt ist er Argentinier, gestorben ist er "für" Bolivien. 1965 verläßt er Cuba Hals über Kopf. Dennoch verdankt er seinen Ruhm in erster Linie seinen gut 10 Jahren "Cuba".

Che Guevara und Fidel waren seinerzeit unzertrennlich. Diese beiden und als dritter im Bunde Camillo Cienfuegos galten als Leader der Kubanischen Revolution.

Aber "Fidel" ist irdisch.  Über seine Art endlos zu reden, seine Alleinherrschaft seit Jahren kann man sich lustig machen. Ich habe in der Zeit als ich in Cuba lebte, nur wenige Kubaner gefunden, die nicht ab und an über Fidel gespottet hätten. Das gehört - so mein Eindruck - für die meisten zum guten Ton. Auch uns Deutschen gegenüber schien Spott über Fidel kein Verrat an Cuba überhaupt zu sein. Che Guevara dagegen - ist für viele Kubaner jenseits auch nur des Gedankens an Spott.  

"Nuestro Che" (unser Che) oder "El Che" sagen die Kubaner. So mancher bekommt feuchte Augen dabei. Anders als Fidel ist er jung geblieben.

Che Guevara in Cuba

Seine Lebensdaten so kurz wie sein Leben - nicht mal vierzig ist er geworden.

  • 14. Mai 1928 in Argentinien geboren, studiert Medizin.
  • 1954 schließt er sich in Mexiko Fidel Casto und seinen Anhängern an.
  • 1965 verläßt er Cuba, geht erst nach Kongo, dann nach Bolivien.
  • 09. Oktober 1967 in Bolivien erschossen.

1965 verläßt "El Che" Kuba Hals über Kopf. "Nachdem Che einen Monat nicht im Ministerium erschienen war, waren wir doch irritiert", so Angel Arcos, ein Mitglied der damaligen kubanischen Regierung. "Wir verstanden, daß er einfach abgehauen war."

Die Gründe für sein Verschwinden aus Cuba wurden nie ganz geklärt. Fidel verlas einen "offiziellen Abschiedsbrief", nach dem Che Guevara sich nun wieder ganz dem Kampf gegen den Imperialismus widmen wollte. "Ich habe mich immer mit den internationalen Aspekten der Revolution befasst und werde das auch wieder tun."

Andererseits war von Streit  mit Fidel war die Rede. Guevara wolle seinen Träumen von der kommunistischen Weltrevolution treu bleiben statt Staatspolitiker zu sein. Seine gleichermaßen leidenschaftlichen Anhänger wie Gegner sind sich vielleicht nur in einem Punkt einig: Ein guter Staatsmann war Che Guevara nicht. Für seinen ungewöhnlichen Ruhm hat jüngst Michael Miersch eine recht überzeugende Erklärung gefunden:

"Che Guevara wurde nicht gelesen, sondern einfach nur angehimmelt: Eine Projektionsfläche für alles und nichts. Und genau dies gibt dem Mythos bis heute ihre Strahlkraft. Die Beliebigkeit, das Unverbindliche ist die dritte Komponente, die für Entstehung einer langlebigen Pop-Ikone nötig ist. Jugendliche Schönheit und früher Tod sind die beiden anderen." (gefunden in: www.Cubaforum.com)

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